BUND Kreisverband Odenwald

Umbau der Aschaffenburger Straße in Höchst

30. Mai 2021 | Pressemitteilung, Höchst i.Odw., Verkehrswende

Auf der Internetseite der Gemeinde Höchst i. Odw. informiert Bürgermeister Horst Bitsch über den geplanten Umbau der Hauptverkehrsstraße der Gemeinde.

Die Aufpflasterungen in der Erbacher Straße in Höchst i. Odw. bewirken eine niedrige Fahrgeschwindigkeit

PRESSEMITTEILUNG VON HARALD HOPPE

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Am 01.07.21 – also in vier Wochen – soll es wohl losgehen. Die Bürgerinnen werden um ihre Stellungnahme zur Planung gebeten, die seit Januar 2021 vorliegt. Allerdings ist die Aufforderung nicht an prominenter Stelle der Internetseite platziert, frau muss schon wissen, dass es diese Aufforderung gibt, um sie auch zu finden: Umbau Aschaffenburger Straße
In Höchst wird eine einzige Planzeichnung vorgelegt, einen Begleitbericht der Planerinnen sucht man vergebens. Schlechter und unwilliger kann eine ‚Bürgerbeteiligung‘ nicht organisiert sein.

 

Was soll erreicht werden?

Der Bürgermeister nennt 7 Hauptanliegen des Projekts, die wichtigsten sind: 1. eine Reduzierung der Geschwindigkeiten auf 30km/h, 2. die Verringerung der Fahrbahnbreite und 3. die Umgestaltung durch Verschwenkung der Fahrbahn. Alle drei Ziele hängen inhaltlich voneinander ab und müssen gemeinsam betrachtet und beurteilt werden. Wird das versprochene Ziel auch erreicht? Das Hauptanliegen der Geschwindigkeitsverringerung ist nur durch eine bemerkbare Verengung und Gestaltung der Fahrbahn zu erzielen, wie sie z.B. in der Erbacher Straße praktiziert wurde. Dort wurden Aufpflasterungen eingebaut, die zum Langsamfahren zwingen – wenn man nicht sein Fahrzeug beschädigen will. Alle anderen Maßnahmen - so der Wissensstand der Verkehrsplanung – sind demgegenüber weitgehend wirkungslos. Besonders kontraproduktiv ist eine Trassierung, wie sie für Außerortsstraßen praktiziert wird. Dort überblickt die Fahrerin eine weite Strecke und erkennt an den großen Kurvenradien, wie schnell gefahren werden kann. Genau so ist aber der Umbau in Höchst geplant.


Autozentrierte Planung

Das beauftragte Planungsbüro hat in Erbach bereits vorgeführt, wie es eine innerörtliche Hauptverkehrsstraße gestaltet – ohne Kameraüberwachung stellen sich dort Geschwindigkeiten um die 50 km/h ein. Mit ähnlichen Trassierungselementen soll nun in Höchst das Ziel 30 km/h – ohne Blitzer – erreicht werden. Der Misserfolg ist so programmiert. Statt die Vorgaben der Straßenbaurichtlinie mit den dort enthaltenen Mindestwerten zu erfüllen, haben die Planerinnen den Fahrraum für die Fahrzeuge um 7% breiter gewählt als notwendig. Hintergrund dürfte die Verlagerung von Kosten auf den Kreis sein, der die Fahrbahn bezahlt.


Diskussion notwendig

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND Odenwald) hält eine öffentliche Diskussion über das geplante Projekt für  dringend erforderlich. Dazu gehören nach Auffassung des BUNDSprechers Harald Hoppe Alternativen zur vorliegenden Planung. Diese werden durch die Honorarordnung als selbstverständliche und im Honorar enthaltene Leistung der Planer genannt. Warum in Höchst auf eine Veröffentlichung von Alternativlösungen verzichtet wird, bleibt unverständlich. Der BUND veröffentlicht seine detaillierte Einschätzung auf seiner Internetseite:

 Umbau Aschaffenburger Straße 2020.

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