Naturnahes Gärtnern

05. April 2022

Auf Einladung des BUND Odenwald trafen sich am Montag, den 04.04.22 15 gärtnerisch Interessierte im Naturschutzzentrum Odenwald in Kimbach. Die Landschaftsplanerin Angelika Bonin-Schmidt referierte über ihre Erfahrungen auf dem Gebiet der naturnahen Gartengestaltung.

PRESSEMITTEILUNG VON HARALD HOPPE

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Unterlegt durch Bilder ihrer 20 Jahre umfassenden Praxis führte sie in die Idee und die Realisierung dieser Gestaltungsvariante ein.

 

Natur als Vorbild

Ausgangspunkt jeder Gartenanlage ist der Blick in die umgebende Natur, die ja vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten anbietet. Anfangend bei den vor Ort auffindbaren natürlichen Baustoffen – Erde, Sand, Stein, Holz – zeigte Frau Bonin-Schmidt, wie sie aus diesen Vorgaben eine jeweils individuelle Gestaltung entwickelt. Dabei spielen die künftigen Nutzungsanforderungen eine ebenso große Rolle. Die geschickte Auswahl der Elemente kombiniert sie mit den jeweils zur Nutzung passenden Pflanzen, sodass eine an der Natur orientierte Anlage entsteht.

 

Gärten des Lebens

Als zentralen Gedanken ihrer Gestaltung führte die Gartengestalterin die Idee ‚Gärten des Lebens‘ vor. Dabei spielen alle Facetten des Lebens in der Natur eine Rolle: sowohl das Wachsen und Entwickeln als auch das Ruhen und Vergehen haben in ihren Gärten einen angemessenen Platz. Neben ausgefeilten Neupflanzungen finden sich Zonen der Wiederverwertung und der Erneuerung. Eine sorgfältige Planung erleichtert nach Bonin-Schmidt die spätere Pflege, denn zum Beispiel lässt sich ein in seiner Größenentwicklung falsch eingeschätzter Baum später entweder nur mit jährlicher Mühe oder gar nicht für einen zu kleinen Garten zurückstutzen. Die Referentin ist im Verein ‚Naturgarten‘ aktiv, der sich ebenfalls als Forum der Alternative zum Garten aus dem Baumarktkatalog versteht.

 

Info-Austausch

Nach dem 75-mitütigen Vortrag kam es im Naturschutzzentrum noch zu einem vielfältigen Ideen und Informationsaustausch im Publikum. So wurde der Frage nach der Sinnfälligkeit einer Gartengestaltung ohne Pflanzen nachgegangen. Derartige Gestaltungen sind bekanntlich nach der hessischen Bauordnung als Gesamtanlage unzulässig – sie werden von der Bauaufsicht jedoch nicht unterbunden. Die Erfahrungen mit solchen Flächen lassen jedoch erheblichen Pflegeaufwand erwarten, denn die Natur lässt sich nicht von einer nur aus Steinen bestehenden Fläche aussperren. Der BUND Odenwald wird seine Themenreihe ‚Vorgärten beleben – statt mit Steinen verwüsten‘ fortführen. Am 07. Mai findet der nächste Pflanzenbasar in Höchst i. Odw. statt. Dort finden Freundinnen des naturnahen Gärtnerns dann Ableger aus einheimischen Gärten.
 

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