BUND Kreisverband Odenwald
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Das Reh

Ein fast ausgewachsenes (weibliches (männlich=Bockkitz)) Rehkitz, welches im April noch zusammen mit der Ricke beobachtet werden konnte. Foto: Louis Daab

Das Reh (Capreolus capreolus) ist die in Europa am häufigsten verbreitete und kleinste Art aus der Familie der Hirsche.

 

Vorkommen und Lebensraum:

Rehe sind eine in ganz Deutschland und Europa verbreitete Wildtierart.

In unseren Breiten besiedelt das Reh vornehmlich Landschaften, die eine gute Mischung aus dichten bis hin zu lichten Wäldern aufweisen, aber auch Waldrandzonen und offene Landschaften dienen als Lebensraum. Die Habitate des Rehs sind vielfältig, dennoch benötigt die Art eine gewisse Struktur, die sich aus offenen und eher dicht bewachsenen Gebieten zusammensetzt.

 

Lebensweise:

Rehe nehmen durch die pflanzliche Ernährung nur eine geringe Menge an Nährstoffen auf, sie sind Wiederkäuer und daher einen Großteil des Tages mit der Nahrungsaufnahme (Äsen) beschäftigt. Zur typischen Nahrung des Rehwilds gehören vor allem Gräser und Kräuter, sind diese witterungsbedingt nicht auffindbar, bedienen sie sich auch gerne an Trieben oder Knospen von jungen Bäumen. Des Weiteren ruhen sie oder wechseln ihren Standort auf der Suche nach frischen Nahrungsquellen. In unseren Breiten lassen sich Rehe nur selten Tagsüber beobachten und sind eher nachts, am Abend oder in den frühen Morgenstunden zum Äsen (Nahrungsaufnahme) auf Freiflächen unterwegs.

Ein Rehbock, der am Abend zur Nahrungsaufnahme aus einem Waldgebiet auf eine angrenzende Wiese wechselt. Besonders gut ist hier auch der Fellwechsel vom Winter zum Sommerkleid sichtbar. Foto: Louis Daab.

Fortpflanzung und Aufzucht der Kitze:

Die Paarungszeit liegt bei Rehen in der Zeit von Anfang Juli und dauert fast bis Ende August an, die Ricke (weibliches Reh) ist allerdings nur für ca. vier Tage paarungsbereit.

Nach einer Tragzeit von ca. 290 Tagen, in den Monaten Mai bis Juli gebiert die Ricke zwischen einem und vier Kitze. Kurz nach der Geburt sind diese bereits in der Lage zu stehen und nach ca. zwei Tagen bereits laufen. Die Kitze bleiben nun die ersten Wochen alleine an einem von der Ricke ausgewählten geschützten Liegeplatz zurück, die Ricke kehrt dann nur zum Säugen der Jungen wieder an diese Stelle und verbringt den Rest des Tages mit Äsen. Nach etwa 4 Wochen begleiten die Kitze dann ihre Mutter beim Äsen, werden allerdings noch bis zu einem Alter von 10 Wochen von ihr gesäugt.

Im nächsten Frühjahr, in den Monaten März bis Mai, verlassen die meisten Kitze ihre Muttertiere, bei männlichen Kitzen kann dies aber auch schon früher der Fall sein.

Ein fast ausgewachsenes (weibliches (männlich=Bockkitz)) Rehkitz, welches im April noch zusammen mit der Ricke beobachtet werden konnte. Foto: Louis Daab.

TEXT UND FOTOS: LOUIS DAAB