Die Feldhase
Foto: Louis Daab
Der Feldhase (Lepus europaeus) ist der einzige in unseren Breiten anzutreffende Vertreter aus der Familie der echten Hasen.
Vorkommen und Lebensraum:
In Deutschland ist der Feldhase recht häufig anzutreffen und besiedelt meist offene Landschaften, mit Grünflächen, wozu auch landwirtschaftlich genutzte Flächen zählen.
Vor allem benötigt der Feldhase aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die beispielsweise Hecken oder Waldränder bieten können.
Interessant ist, dass es immer häufiger dazu kommt, Hasenpopulationen auf Grünflächen in direkter Stadtnähe anzutreffen. Vermutlich zieht es die Tiere dorthin weil eine geringere Gefahr durch natürliche Fressfeinde vorhanden ist.
Lebensweise:
Feldhasen sind hauptsächlich in der Nacht und der Dämmerung aktiv, wobei sie vor allem im Frühjahr, sowie zu Winterende, also während der Paarungszeit auch am Tage anzutreffen sind. Die meiste Zeit sind Feldhasen einzelgängerisch unterwegs (außer während der Paarungszeit) und verbringen den Tag geduckt in sogenannten Sassen, wobei es sich um muldenartige Vertiefungen im Boden handelt. Wenn sie aktiv werden, kann man die Tiere meist grasend auf einer Wiese oder einem Acker bei der Nahrungsaufnahme beobachten.
Feldhasen zählen zu ausgesprochenen Fluchttieren. Bei Gefahr versuchen sie sich zunächst durch bewegungsloses Ausharren zu verstecken, gelingt dies nicht, ergreifen sie plötzlich die Flucht. Dabei können sie bis zu 70 Kilometer pro Stunde erreichen.
Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen:
Während der Paarungszeit lassen sich häufig kämpfende, männliche Feldhasen beobachten, die sich um ein paarungsbereites Weibchen streiten, dabei stellen sie sich auf die Hinterbeine und boxen sich mit den Vorderpfoten.
Häsinnen können bis zu 4-mal im Jahr Junge zur Welt bringen. Nach einer Tragzeit von ca. 40 Tagen gebiert das Weibchen meist 1- 5 Junge. Diese sind Nestflüchter und leben direkt nach der Geburt alleine, wobei die Häsin nur zum Säugen der Jungen zu diesen kommt.
TEXT UND FOTOS: LOUIS DAAB