Der Dachs
Foto: Louis Daab
Der Europäische Dachs (Meles meles) gehört zur Familie der Marder, unterscheidet sich aber durch seine große und eher breitere Gestalt deutlich von anderen bei uns heimischen Mardern, die wie der Steinmarder einen kleineren und schlankeren Körperbau aufweisen.
Sinneswahrnehmung:
Dachse verfügen über eine sehr gut ausgeprägte akustische Wahrnehmung und können so beispielsweise selbst Mäuse, die sich unter der Erde befinden, hören. Auch der Geruchssinn des Dachses ist sehr gut entwickelt, wobei der Sehsinn eher schwächer ist, Bewegungen können zwar wahrgenommen werden, allerdings nicht auf größere Distanz und zudem eher undeutlich. Daher verlassen sich Dachse hauptsächlich auf Geruchs- und Hörsinn.
Lebensraum und Nahrung:
Der Dachs besiedelt meist eher offene Laubmischwälder, die an Hängen liegen und an offene Landschaften, wozu auch landwirtschaftlich genutzte Flächen zählen, angrenzen.
Auch Heckengebiete dienen als Lebensraum. In Siedlungen ist der Dachs, im Vergleich zum Fuchs, kaum anzutreffen.
Seine Nahrung findet der Dachs meist in der Nacht, wobei er an Waldrändern, sowie offenen Flächen auf Nahrungssuche geht. Er ernährt sich von dem, was gerade zu finden ist, dazu zählen beispielsweise Insekten, Kleinsäuger, wie Mäuse, aber auch pflanzliche Nahrung, wie Obst oder Getreide, welches dann häufig auf Äckern in Waldnähe gefunden wird.
Lebensweise:
Dachse bewohnen ganzjährig Baue, die ein durchaus großes Ausmaß annehmen können.
In diesen sogenannten Dachsburgen können mehrere Dachsgenerationen in einem Familienverband zusammenleben. Dabei gibt es Nachweise für Dachsburgen, die über 100 Jahre von einer Dachsfamilie bewohnt wurden. Das heißt, dass Dachse meist in richtigen Familien zusammenleben, allerdings alleine auf Nahrungssuche gehen. Dennoch gibt es auch einzelgängerisch lebende Individuen, die nur zur Paarung auf andere Dachse treffen.
Dachse sind hauptsächlich nachtaktiv und kommen in den Sommermonaten zur Dämmerung aus ihrem Bau, vor diesem betreiben sie zunächst Fellpflege und putzen sich, bevor sie auf Nahrungssuche gehen. Die Zeit, in der die Dachse außerhalb der Bauanlage unterwegs sind, kann im Sommer bis zu zehn Stunden betragen. Im Winter hingegen sind sie manchmal sogar nur eine Stunde in der völligen Dunkelheit auf Nahrungssuche.
Bauanlage:
Eine Dachsburg kann über viele Ein- und Ausgänge verfügen, wobei häufig große Mengen an Erdreich bewegt und davor zu kleinen Hügeln aufgetürmt werden. Im inneren eines Baus befindet sich ein komplexes Tunnelsystem, das eine beachtliche Tiefe bis zu 8 Metern erreichen kann. Der Bau verfügt dann über mehrere Nest- und Schlafkammern, die mit einer hohen Schicht an biologischem Material ausgekleidet werden.
Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen:
Die Paarung der Dachse findet ganzjährig statt. Durch eine sogenannte Keimruhe (die embryonale Entwicklung der Jungtiere im Mutterleib zwischen Befruchtung und Geburt wird gestoppt) verzögert sich die Tragzeit der Dachsfähe (weiblicher Dachs). Die Entwicklung der Jungen beginnt so erst ab Dezember bis Januar. Die folgende Tragzeit beträgt ca. 45 Tage, sodass die Jungen meist im März geboren werden. Die Fähe bringt meist 1 bis 5 Junge Dachse zur Welt, diese sind zunächst blind und nur leicht behaart. Nach ca. 6 bis 7 Wochen beginnen die Jungen das erste Mal die Gänge des Baus zu erkunden und verlassen diesen mit 9 bis 10 Wochen. Dabei werden sie meist 12 Wochen von der Fähe gesäugt. Die Jungen entwickeln sich im Vergleich zum Fuchs eher langsam und haben erst mit etwa 10 Monaten die Größe eines ausgewachsenen Dachses erreicht.
Die Jungtiere bleiben häufig bis zu ihrem 2. Lebensjahr in der Dachsfamilie, danach wandern einige ab, dennoch gibt es auch einige Individuen die dauerhaft in der Familie bleiben.
TEXT UND FOTOS: LOUIS DAAB